DENA-Energiekongress: Die Potenziale der Energiewende sind unendlich!

Der Energiewende haftet der Nimbus an, dass sie bereits sehr teuer ist und in Zukunft noch teurer werden wird. Der Satz, „Die Potenziale der Energiewende sind unendlich“, der die Chancen betont, läßt dagegen aufhorchen. Die Energiewende ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.  Am 20. und 21. November fand in Berlin der 11. Energiekongress der Deutschen Energieagentur statt, bei dem dieser Satz von dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Herrn Kuhlmann, geprägt worden ist. Der Kongress hat gezeigt: Packt man die Energiewende richtig an, kann sie ein herausragender Erfolg werden und allen Akteuren deutliche Zugewinne verschaffen.

Rund 900 Experten trafen sich im klimaneutralen Berlin Congress Center, um über die Herausforderungen und Chancen dieser Energiewende zu diskutieren und eine Bestandsaufnahme zur Energy Transition vorzunehmen. Obwohl die Herausforderungen noch groß sind, zeigte man sich überzeugt, dass der integrierten Energiewende mehr Chancen als Risiken innewohnen.

Die drei D’s, die über Erfolg und Mißerfolg entscheiden

Am besten brachte der CEO von Vattenfall, Tuomo Hattaka, die vielschichtigen Transformationsprozesse der Energiewende auf den Punkt: Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Diese drei großen D’s der Energiewende seien nur durch regionale Herangehensweise lösbar. Da war es nicht verwunderlich, dass im Fokus des Kongresses vor allem intelligente Konzepte der urbanen Energiewende standen. Unumgänglich für die Erreichung des Ziels der Dekarbonisierung ist auch eine Wärme- und Verkehrswende.  „Wenn wir Abwärme richtig nutzen, brauchen wir keine Primärenergie fürs Heizen“ zeigte sich Anton Koller von danfoss bei einer der Podiumsdiskussionen überzeugt.

Big Data entscheiden auch die Energiewende

Zu den drei großen D’s gesellt jedoch spätestens dann ein großes „I“ wenn es darum geht, die einzelnen Bestandteile einer (regionalen) Energiewende zu einem ganzheitlichen Energiesystem über alle Sektoren hinweg zusammen zu fügen und intelligent zu koordinieren – der integrierten Energiewende. Da prallen dann unterschiedliche Infrastrukturen, Regulierungen, Märkte und Kunden aufeinander deren Interessen es gilt, sinnvoll im Sinne des Klimaschutzes miteinander zu verknüpfen. Das heisst dann auch Big Data, denn hierzu sind massenhaft Meß- und Übertragungsdaten zur Steuerung notwendig. Und hier steht die Energiewende anders als bei der Entwicklung von Einzeltechnologien wie Solar-, PV-Anlagen oder Biogasanlagen noch am Anfang.

Die Digitale Energiewende steht noch am Anfang

Immer mehr dezentral erzeugte Erneuerbare Energien aus unterschiedlichsten Quellen müssen aufgenommen und dorthin verteilt werden, wo sie gebraucht werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden und die Energienetze zu überlasten. Smart Meter und die Entwicklung von Software etwa zur Datenanalyse und Vernetzungstechnik, um regelbasierte Systeme zu managen, werden hier einen wesentlichen Beitrag leisten müssen, um die anfallenden Big Data zu managen und Wartungskosten zu optimieren.

Veränderungen für die Energieeffizienzberatung in KMU

Für die Unternehmen heißt das, dass neben die innerbetriebliche Verbesserung der Energieeffizienz immer mehr die Vernetzung mit anderen Akteuren treten wird, beispielsweise bei der Nutzung von Abwärme oder der Einspeisung und Speicherung von erzeugten oder benötigten Erneuerbaren Energien.

Spannend waren beim DENA-Energiekongress die vorgestellten Geschäftsmodelle im Rahmen des Start-Up Energy Awards und der Handelsblatt Energy Academy. Die zahlreichen innovativen Ideen zu Energiegewinnung, -transport und –Energieeffizienter Nutzung belegten, dass die Stakeholder weiter sind als die Politik, dass Deutschland als Standort für die Entwicklung neuer Technologien noch gut im Rennen ist und nicht dabei ist, sich auf dem Weg zur sektorübergreifenden Energiewende in Mini-Details zu verfangen.

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