INSE zur Beratung von Kooperationen in Brasilien

Deutschland blickt auf eine lange Historie in der Entwicklung schlagkräftiger Kooperationen zurück. Auch in vielen Ländern Europas sind Verbundgruppen ein wichtiger Faktor in der Förderung des Mittestandes. Weniger bekannt ist, dass Gewerbliche Verbundgruppen auch in anderen Teilen der Welt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Einer dieser Märkte ist Brasilien.

REDES – die brasilianischen Verbundgruppen

Im Rahmen einer Beratungsmission im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat das INSE die Möglichkeiten eines  Know-how-Transfers von deutschen Unternehmen zur Verbesserung des Managements und der Entwicklungsperspektiven von Verbundgruppen in Brasilien geprüft. Schätzungsweise 600 Kooperationen gibt es verteilt über ganz Brasilien im Gewerblichen Bereich. Die sogenannten Redes sind Zusammenschlüsse von kleinen und mittelständischen Unternehmern.

Rechtliche Fallstricke für Unternehmenskooperationen

Auf Grund einer Besonderheit des Brasilianischen Rechts müssen diese Redes als eingetragene Vereine geführt werden, deren Mitglieder die Inhaber der KMU sind. Mitglied von Kooperationen dürfen in Brasilien keine Unternehmen sein, sondern nur Einzelpersonen. Darin liegt auch einer der Gründe, warum sich klassische Genossenschaften im Kredit- und Agrarsektor in dem südamerikanischen Land besser entwickelt haben. Während die Gewerblichen Verbundgruppen vergleichsweise jung sind, können zahlreiche Genossenschaften des Agrarbereiches und im Finanzsektor schon auf eine lange, erfolgreiche Entwicklung zurück blicken. Doch die Gewerblichen Kooperationen holen auf: Insbesondere in den Branchen Pharmahandel und Baustoffhandel sind die Verbundgruppenstrukturen bereits gut entwickelt. In den Branchen Möbel, Autoteile und Lebensmittel gibt es darüber hinaus diverse regionale Verbünde, die auf Grund der enormen Fläche des Landes aber untereinander kaum Berührungspunkte haben.

Kooperationen in Brasilien auf dem Vormarsch

Brasilien ist für die Entwicklung von Kooperationen ein interessanter Markt. Das Land steckt seit 2016 in einer ökonomischen und politischen Krise und hat viele kleine und mittelständische Unternehmen, die unter dem zunehmendem Druck den Schulterschluss suchen. Das INSE unterstützte im Rahmen der sogenannten Faktenfindungsmission den Kooperationsdachverband DER MITTELSTANDSVERBUND e.V. bei der Vorbereitung, Durchführung der Mission sowie der Nachbereitung und der Entwicklung des Follow-ups.

2 Gedanken zu „INSE zur Beratung von Kooperationen in Brasilien“

    1. Lieber Herr Dienstmann,
      vielen Dank für den guten Informationstaustausch in Porto Alegre. Auch wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und werden sicherlich dann viel Gelegenheit haben, um nicht nur die profesionelle Weiterentwicklung der Kooperationsnetzwerke in Braslien weiter voran zu bringen, sondern auch um voneinander zu lernen, denn Sie haben ja auch schon einiges an guter Arbeit geleistet dort.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.